Teil 2: Streit zwischen Katzen – die optimale Zusammenführung

Eingestellt am Jul 12 2016 - 6:08pm von Feliway

Neben der allgemeinen Vermeidung von Konflikten im Alltag ist ein wesentlicher Knackpunkt oftmals die Zusammenführung der Vierbeiner. Das Drumherum des Blind Dates sollte deshalb peinlich genau vorbereitet werden.

Um die generelle Stimmung und eine entspannte Umgebung für alle beteiligten Vierbeiner zu schaffen, könnt ihr im Vorfeld schon unseren FELIWAY® CLASSIC Verdampfer einsetzen. Dieser schafft eine Wohlfühlatmosphäre für den Stubentiger, der bereits bei euch wohnt und erleichtert das Ankommen für den neuen Vierbeiner.

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Foto: Sabine Schroll

Die „Kurz und schmerzlos“-Variante könnt ihr wählen, wenn ihr sicher seid, dass die im letzten Artikel erläuterten Dinge auf die Stubentiger zutreffen. Im Vorfeld sollte dafür gesorgt werden, dass genügend Ressourcen für beide vorhanden sind, um Streit zu vermeiden. Genügend Futter- und Wasserstellen, ausreichend Toiletten etc. sollten deshalb angeschafft werden, bevor die neue Katze einzieht.

Die neue Katze bekommt nun zunächst die Möglichkeit, das neue Revier einmal ganz alleine zu erkunden und sich zu orientieren. Die Altkatze kann während dessen in einem anderen Raum oder der Transportbox untergebracht werden.

Dann dürfen die beiden sich kennenlernen. Dies kann sehr schnell gehen, weil es manchmal schlichtweg Liebe auf den ersten Blick ist, aber es kann auch bis zu mehrere Wochen dauern bis die Vierbeiner sich annähern. Hierbei ist es wichtig, den Kontakt NICHT zu erzwingen und ihnen die Möglichkeit einzuräumen, sich bei Bedarf wieder voneinander zu distanzieren.

Kleine Reibereien sind in der Zeit völlig normal. Beginnen die Vierbeiner jedoch sich heftiger zu attackieren, solltet ihr einschreiten. Dies darf niemals mit bloßen Händen geschehen! Nehmt eine Decke oder ein großes Handtuch und werft es über eine der beiden Katzen. Dann könnt ihr diese mit der Decke in einen extra Raum bringen.

Die „Vorsichtig und langsam“-Variante der Zusammenführung empfehlen wir, wenn ihr beispielsweise bei einer der Katzen die Vorgeschichte nicht kennt oder generell unsicher seid, ob die beiden miteinander können. Hier sollte ein zusätzlicher Raum in eurer Wohnung vorhanden sein, in dem die neue Katze einige Zeit wohnen und der auch später für sie Rückzugsort bleiben kann. Um zu ausgeprägtes Revierverhalten zu verhindern, sollten die Räume alle zwei Tage gewechselt werden. Das ermöglicht zusätzlich indirektes Kennenlernen über den Geruch der anderen Katze. Schritt 2 ist hier dann erstes Beschnuppern durch eine Gittertür. Verläuft dies in einigen Versuchen friedlich, können die Vierbeiner zusammengelassen werden. Aber selbst dann ist es besser, nicht direkt in ein dauerhaftes Zusammensein überzugehen. Für den Anfang ist es besser, die Katzen nach einer Weile, über Nacht oder wenn ihr nicht zuhause seid, wieder zu separieren.

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Foto: Sabine Schroll

Konflikte bei bereits zusammenlebenden Katzen

Die Ursachen für Konflikte in Katzenbeziehungen sind vielfältig und müssen möglichst genau analysiert werden. Es gibt aber einige Umstände, die häufig Probleme verursachen, und auf die möchten wir an dieser Stelle noch einmal eingehen.

Eine Ursache kann die sogenannte umgerichtete Aggression sein. Die ist bei den Stubentigern evolutionsbedingt noch vorhanden und meint eine sehr schnelle und heftige Verteidigungsbereitschaft in vermeintlich bedrohlichen Situationen. Als die Fellnasen noch wild draußen leben mussten, war diese Fähigkeit überlebensnotwendig. Heute trifft sie meist unbeteiligte Dritte, die der Katze eigentlich gar nichts Böses wollen, wie uns Menschen oder auch Zweitkatzen. Dieses heftige Verhalten kann ganz banale Auslöser wie Gerüche oder ein lautes Geräusch haben. Trifft die Aggression dann zufälligerweise die Zweitkatze, kann ich daraus eine Spirale entwickeln, die den Streit zu einem ernsten und dauerhaften Problem macht.

Es kann passieren, dass entweder die Katze, die den versehentlichen Angriff abbekommt, bei der oder den nächsten Begegnungen vorsorglich zum Gegenangriff übergeht, ohne dass die Katze, die den ersten Angriff gestartet hat, weiß, wieso. Es kann allerdings auch sein, dass die angegriffene Katze ängstliches Verhalten zeigt und so neuerliche Angriffe stattfinden, da das Vertrauen zwischen den beiden einen Bruch bekommen hat.

Neben der umgerichteten Aggression oder einer schlecht gelaufenen Zusammenführung können auch Langeweile, Krankheit oder falsches Ressourcenmanagement (z.B. zu wenige Toiletten) das soziale Gefüge durcheinanderbringen. Ihr seht – es gibt viele verschiedene Ursachen für Konflikte, bei denen das Erkennen der Ursache nicht immer einfach ist. Im nächsten Blog-Beitrag unserer Reihe gehen wir deshalb auf das Verhalten der Katzen ein. Dies soll euch ermöglichen, Situationen besser einschätzen zu können.

Zu den anderen Artikeln der Reihe “ Streit zwischen Katzen“

Teil 1: Wer passt zu wem?

Teil 2: Die optimale Zusammenführung

Teil 3: Ausdrucksverhalten bei Konflikten

Teil 4: Freunde oder Rivalen? Verhalten deuten bei Katzen

Teil 5: Mit genügend Ressourcen im Revier Konflikten vorbeugen

Teil 6: Streit zwischen Katzen – Was tun?


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Sabine-Schroll

Foto: Kronenzeitung / Chris Koller

Die Beitragsserie entstand in Zusammenarbeit mit Sabine Schroll, geboren 1964, hat in Wien Tiermedizin studiert und betreibt seit 1991 eine Kleintierpraxis in Krems an der Donau mit den Schwerpunkten Allgemeinmedizin und Verhaltensmedizin. In Büchern, Vorträgen, Seminaren und Zeitschriftenbeiträgen gibt sie ihr Wissen weiter.

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