Teil 3: Streit zwischen Katzen – Ausdrucksverhalten bei Konflikten

Eingestellt am Jul 20 2016 - 6:09pm von Feliway

Damit ihr erkennt, wie sich Konflikte bei Katzen im Mehrkatzenhaushalt äußern, möchten wir noch einmal konkret auf das Verhalten eingehen. Es ist wichtig zu wissen, dass durch den Umstand der fehlenden Rangordnung in einer Katzengruppe, Verhalten, welches aussieht wie Rangordnungsverhalten, eher Konfliktverhalten ist.

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Foto: Sabine Schroll

Distanzverhalten

Katzen haben einen persönlichen Distanzbereich. Diesen gibt es im Prinzip auch bei uns Menschen. Würden fremde Menschen zu uns kommen und uns einfach ohne Vorwarnung umarmen, fänden das vermutlich die meisten unter uns erstmal ziemlich merkwürdig. Ähnlich ist es auch bei den Stubentigern. Sie haben eine Distanzgrenze, die sich ungefähr 1 bis 1,5 Meter um den Körper ausdehnt. Bei neutralen Begegnungen nähern sich die Katzen kaum unter dieser Grenze einander an. Bei freundlichen Begegnungen wird dieser Bereich natürlich unterschritten. Die Katzen kommen sich dann näher, beschnuppern sich oder liegen auch schon mal zusammen im Körbchen.

Dieser Distanzbereich wird bei Konflikten allerdings auch genutzt, um die andere Katze zu piesacken. Dies äußert sich dann durch Blockieren von Wegen oder Verfolgen. Die Bedrohung äußert sich dann sehr subtil, in dem sich die bedrohende Katze sehr knapp unter diese Grenze von einem Meter in den Distanzbereich der bedrohten Katze hinein bewegt. Körperlicher Kontakt oder andere Auffälligkeiten wie Pfotenhiebe finden hierbei nicht statt.

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Foto: Sabine Schroll

Der Körper als Ausdrucksmittel

Katzen nutzen ihren gesamten Körper, um sich auszudrücken. Hierbei ist es so, dass Katzen, die bedrohen oder aggressiv sind, ihren Körper vergrößern, um einzuschüchtern. Die Beine werden gestreckt, die Haare stellen sich auf und der Schwanz formt ein auf dem Kopf stehendes U.

Bedrohte, unsichere bzw. ängstliche Katzen machen das Gegenteil. Sie versuchen sich möglichst klein zu machen, was den kompletten Körper, aber auch beispielsweise die Ohren betrifft, die zum Schutz nah an den Körper gelegt werden. Dieses Verhalten ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Anschleichen an eine Beute.

Schwanz und Pfoten werden ebenfalls zur Kommunikation eingesetzt. Besonders gut ist die Erregung einer Katze an der Schwanzbewegung zu erkennen. Je erregter und angespannter die Katze, desto mehr peitscht ihr Schwanz hin und her.

Auch erhobene Pfoten für einen angedeuteten Schlag sind Zeichen für aggressives Verhalten und eine Drohung.

Die Stimme als Ausdrucksmittel

Katzen kommunizieren zwar durch Laute eher mit uns Menschen als mit anderen Katzen, jedoch gibt es natürlich auch stimmliche Äußerungen, um sich anderen Katzen mitzuteilen. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass vor allem die bedrohte Katze und nicht (!) die drohende Katze Lautäußerungen von sich gibt. Dies kann durch Fauchen, Knurren oder Spucken geschehen und bis hin zu Schreien und Kreischen gehen, wenn die Katzen große Angst haben oder panisch werden.

In Teil 4 erfahrt ihr, wie ihr erkennt, welche Beziehungen eure Stubentiger zueinander haben.

Zu den anderen Artikeln der Reihe “ Streit zwischen Katzen“

Teil 1: Wer passt zu wem?

Teil 2: Die optimale Zusammenführung

Teil 3: Ausdrucksverhalten bei Konflikten

Teil 4: Freunde oder Rivalen? Verhalten deuten bei Katzen

Teil 5: Mit genügend Ressourcen im Revier Konflikten vorbeugen

Teil 6: Streit zwischen Katzen – Was tun?


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Sabine-Schroll

Foto: Kronenzeitung / Chris Koller

Die Beitragsserie entstand in Zusammenarbeit mit Sabine Schroll, geboren 1964, hat in Wien Tiermedizin studiert und betreibt seit 1991 eine Kleintierpraxis in Krems an der Donau mit den Schwerpunkten Allgemeinmedizin und Verhaltensmedizin. In Büchern, Vorträgen, Seminaren und Zeitschriftenbeiträgen gibt sie ihr Wissen weiter.

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