Positives erlernen, Negatives vermeiden (Teil 4)

Eingestellt am Jul 29 2017 - 10:00am von Feliway

Im vierten Teil unserer Blog-Serie möchten wir uns dem Thema widmen, was man macht, wenn eine Katze etwas nicht tun soll. Da in der Erziehungsarbeit bei den sensiblen Vierbeinern die besten Ergebnisse mit positiver Verstärkung erzielt werden und Strafen kontraproduktiv sind, stellt sich die Frage, wie man unerwünschtes Verhalten unterbindet bzw. vermeidet.

Die beste Strategie ist natürlich, selbiges gar nicht erst aufkommen lassen oder es in gewünschte Bahnen umzulenken. Unerwünschtes Verhalten resultiert nicht selten aus Erziehungsfehlern durch uns, kann aber auch mangelnde Grunderziehung durch das Muttertier als Ursache haben.

Möglichkeiten bieten und Erfolgserlebnisse bieten

Ein Beispiel ein derartiges Problem zu Beispiel Kratzen und Beißen. Was an sich recht normales Verhalten von Katzenkindern und halbstarken Stubentigern ist und anfangs oft als niedlich angesehen wird, wird nicht selten zum Problem, wenn die Katze einmal älter ist. Hier sollte direkt mit Einzug der Katze beherzigt werden, Füße oder Hände der Katze niemals als Spiel- oder Jagdobjekt anzubieten und bei Jagd- und Kampfspielen selbige möglichst weit weg von den Katzenkrallen zu bringen. Deshalb bietet sich hier auch Spielzeug an, welches an Schnüren oder Angeln ist. Dies lenkt das Verhalten um, die Katze hat trotzdem ihren Spaß und ihr Erfolgserlebnis, und es kommt später nicht zu Missverständnissen zwischen euch und eurem Vierbeiner.

Erziehung sollte – wie bei Kindern auch – direkt von Beginn an erfolgen und das konsequent. Dann kommen Katzen gut mit Regeln klar. Schwieriger wird es, im Nachhinein Dinge zu korrigieren, die erst erlaubt waren oder toleriert wurden.

Da Katzen SEHR ausdauernd sein können, wenn es darum geht, Dinge auszuprobieren, ist man dann nicht selten versucht, mit Maßregelungen zu arbeiten. Da Erziehung aber immer auch das Ziel haben sollte, das Vertrauen und die Beziehung zu stärken, wäre dieser Weg falsch, auch wenn die Strafe zunächst als schnell wirksames Mittel erscheint.

Mit Worten arbeiten

Auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen, ist es durchaus möglich, einer Katze mit Hilfe von Worten verstehen zu geben, dass man etwas nicht möchte. Wichtig ist hier das Wie und diesbezüglich kann man sich tatsächlich den Äußerungen von Katzen bedienen. Katzen geben anderen Katzen durch ein grollendes Knurren zu verstehen, dass ihnen zum Beispiel ihre Beute nicht streitig gemacht werden darf. Üben kann und sollte man dies schon bei Katzenkindern, in dem man ihnen Dinge wegnimmt und das Wegnehmen mit einem grollend-warnenden entschiedenen „Meins!“ unterlegt.

Noch besser für derartige Korrekturen, die im Zweifel als „Notbremse“ für übermütige Katzen(kinder) dienen, sind Phrasen, die man nicht ständig im normalen Sprachgebrauch nutzt. Hier bietet sich zum Beispiel „Lass es!“ oder „Vergiss es!“ an. Die Worte nutzen sich so nicht ab und die Katze lernt, dass – so denn diese Phrase fällt – es keinen Sinn macht, es weiter zu versuchen.

Praktische Übungen zum Erlernen des Ganzen findet ihr Im Buch „Katzenkindergarten“ von Sabine Schroll.

Geduld ist eine Zier

Diese ziemlich althergebrachte Redewendung ist vor allem bei der Erziehung von Katzen aktueller denn je. Durch ihren starken Charakter und ihre Ausdauer neigt man schnell dazu zu sagen, es ist aussichtslos und klappt nicht. Dabei gibt es plausible Gründe für fehlenden (schnellen) Erfolg. Dies kann zum Beispiel mangelnde Motivation der Katze sein. Da Katzen anders als Hunde nur bedingt Interesse daran haben, zu gefallen und das Rudel zu unterstützen, ist die Katze als Teamplayer ab und an nicht ganz einfach. Selbst wenn die Vierbeiner verstehen, was wir von ihnen möchten, sind sie manchmal nicht sehr kooperationsbereit. Hier braucht ihr den längeren Atem – und müsst die Belohnung herausfinden, die euch eure Katze nicht abschlagen kann.


Sabine-Schroll Foto: Sabine Schroll

Die Beitragsserie entstand in Zusammenarbeit mit Sabine Schroll, Tierärztin mit Spezialisierung auf Verhaltensmedizin, arbeitet in einer reinen Katzenpraxis in Österreich.

Website // Zum Buch „Katzenkindergarten“

 

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