Fragen an Tierärztin Sabine Schroll: Kratzen & auf Tische klettern

Eingestellt am Aug 16 2017 - 10:00am von Feliway

Wir hatten euch im Rahmen unserer Blog-Serie zum Thema „Erziehung“, die wir in Zusammenarbeit mit Tierärztin Sabine Schroll hier veröffentlichen, gebeten, uns Fragen zu schicken. Vier haben wir ausgewählt, die Frau Schroll beantwortet hat.

„Ich habe seit 2 Wochen einen Kater… Er ist eigentlich ganz lieb, spricht auch mit mir… Aber ab und zu schlägt er mich einfach, obwohl er zu mir kommt und kuscheln will. Dann bekomme ich auf einmal eine von ihm rein. Und er läuft ständig auf meiner Küchenzeile und Tischen rum…. Was kann ich tun? Ich habe langsam Angst vor ihm.  😕“

Das sagt die Tierärztin:

Ohne genauere Details zu Alter und Herkunft von diesem Kater zu kennen, klingt zumindest einiges nach den häufigen und typischen Missverständnissen zwischen Katzen und Menschen!
Zunächst: Katzen, die zum Kuscheln kommen, wollen nicht zwingend gestreichelt werden – ein oder zweimal leicht über den Kopf und dann ist genug! Dazu kommt noch, dass der Kater neu im Haushalt ist und mit allen möglichen Veränderungen erst fertig werden muss bis er sich entspannt und sicher fühlt (Hier kann auch FELIWAY Classic helfen.). Auch eine vertrauensvolle Beziehung zum Menschen, in der man vielleicht auch manchmal auf die Großzügigkeit der Katze bauen kann, wenn man etwas über ihre persönlichen Grenzen geht, muss man erst aufbauen und sich verdienen. 😉

Die positive Entwicklung dieser Beziehung fördern Strafen und Ermahnungen beim Benutzen von erhöhten Zonen in der Wohnung nicht. Katzen benützen alle 3 Dimensionen des Raumes, klettern und springen hervorragend. Erhöhte Sitzplätze geben einer Katze das Gefühl von Sicherheit und in der Wohnung auch Tisch und Anrichte zu benützen ist für Katzen das Normalste der Welt! 🙂 Sie versteht nicht, was daran falsch sein soll, das zu tun, was Katzen tun. Das bedeutet nun nicht, dass man alle diese Bereiche unbedingt freigeben muss (und es spricht nichts dagegen es zu erlauben) – aber als Grundsatz gilt: Erziehen kommt von ziehen und nicht von drücken!

Natürliches Katzenverhalten kann man nur kanalisieren, aber nicht durch Strafen, die Stress und Angst erzeugen, abstellen. Anstatt ihn zu ermahnen, kann dieser Kater auf erlaubte Zonen eingeladen werden, wo er regelmässig Leckerbissen bekommt. Mit Zufallsleckerli werden diese Bereiche unwiderstehlich attraktiv und die Arbeitsfläche weit weniger interessant.

Weiterführende Links zu diesem Thema:

Positives erlernen, Negatives vermeiden 

Tipps und Tricks rund um den Kratzbaum

FELIWAY Classic als Unterstützung – es hilft der Katze, Stress zu reduzieren und das Verhalten zu beenden


Sabine-Schroll Foto: Sabine Schroll

Die Beitragsserie entstand in Zusammenarbeit mit Sabine Schroll, Tierärztin mit Spezialisierung auf Verhaltensmedizin, arbeitet in einer reinen Katzenpraxis in Österreich.

Website // Zum Buch „Katzenkindergarten“

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

  1. Maria H. 18. August 2017 at 20:57 - Antworten

    Hallo! Wir gaben 2 wilde Katzen aus Bulgarien. Ich denke das sie auch nicht so gut sehen. Jetzt sind sie schon seit April bei uns. Sie werden twar jeden Tag neugieriger und frecher,aber von streicheln ist noch keine Spur zu sehen. Jedes Mal wenn man sich nähert hauen sie ab,oder vergriechen sich. Meine Tochter ist schon am verzweifeln. LG

    • Feliway 19. August 2017 at 10:55 - Antworten

      Hallo Maria, es ist schwer zu sagen, ob und wann das noch wird. Wenn die Katzen wild geboren wurden und in ihrer Sozialisationsphase keinen Kontakt zu Menschen hatten, kann es wirklich dauern, bis sie diesbezüglich Vertrauen aufbauen. Bei manchen Wildkatzen ist es so, dass – wenn sie einmal gemerkt haben, dass Menschen ja ganz toll sind – sie richtige Schmusetiger werden. Andere Katzen legen aber die Scheu nie ganz ab. Das ist aber sehr von der einzelnen Katze und ihrem Charakter abhängig. Wichtig ist sehr viel Kontakt in Form von Spielen etc. und nach wie vor viel Geduld.

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