Erste Hilfe bei Katzen

Eingestellt am Jan 9 2016 - 5:41pm von Feliway

Auch wenn erster Ansprechpartner immer der Tierarzt sein sollte, ist es in manchen Situationen wichtig, seiner Katze erste Hilfe leisten zu können. Deshalb haben wir heute die wichtigsten Dinge zu diesem Thema zusammengefasst:

ErsteHilfebeiKatzen

Äußere Verletzungen

Gerade Freigänger haben ein nicht zu unterschätzendes Verletzungsrisiko. Ein kaputter Zaun oder Kämpfe mit Rivalen sind nur zwei der möglichen Gefahrenquellen. Aber auch im Haus gibt es spitze oder scharfe Gegenstände, an denen sich Katzen verletzen können. Kleinere Verletzungen sollte man lediglich ein wenig säubern. Sie können ohne Verband besser abheilen. Größere und stark blutende Wunden brauchen jedoch eine Erstversorgung. 

Zuerst sollte die Wunde oberflächlich mit Wasser gesäubert werden, um die Größe und Tiefe abschätzen zu können (Desinfektionsmittel etc. sollten nicht verwendet werden). Starke Blutungen müssen mit einem Druckverband versorgt werden. Dann sollte die Katze schnellstens zum Tierarzt, damit dieser die weitere Versorgung übernehmen kann. Auch das Entfernen eventuell noch in der Wunde vorhandener Fremdkörper sollte man dem Tierarzt überlassen. 

Bisse und Stichwunden sind hingegen nicht immer sofort ersichtlich. Diese erkennt man oft erst, wenn die Katze sich anders als sonst verhält. Eine Schwellung der betroffenen Stelle und häufiges Lecken sind erste Anzeichen. Auch Erbrechen, Zittern und heftiges Speicheln können Symptome sein, die auf eine Infektion oder allergische Reaktion aufgrund eines Stichs oder Bisses hinweisen. Hier sollte auch sofort der Mund- und Rachenraum kontrolliert werden.

Verbrennungen kann sich eine Katze ebenfalls zuziehen. Dafür reicht schon ein wenig Unachtsamkeit und eine heiße Herdplatte oder ein Grill. Ist die Wunde offen oder weist Brandblasen auf, sollte man diese mit einem sauberen Verband abdecken und direkt zum Tierarzt fahren. Ist nur eine Rötung zu sehen (Verbrennung ersten Grades), ist direktes Kühlen wichtig. Dies kann mit sauberem, kaltem Wasser bzw. einem in ein Tuch gewickelten Kühlakku geschehen. Von Hausmitteln sollte abgesehen werden.

Knochenbrüche

Knochenbrüche kommen bei Katzen häufig durch Unfälle oder Stürze vor. Die Symptomatik ist hierbei nicht immer ganz eindeutig. Bei einem Beinbruch belastet die Katze das entsprechende Bein nicht, Wirbelsäulenbrüche können sich z. B. durch Lähmungserscheinungen in den Hinterbeinen oder herabhängenden Schwanz äußern. Kiefer- oder Rippenbrüche, wie sie häufig bei Stürzen aus dem Fenster verursacht werden, sind da schon schwerer zu bemerken. Der Kieferbruch lässt sich manchmal durch eine plötzliche asymmetrische Gesichtsform bemerken (außerdem frisst und trinkt die Katze oft nicht), gebrochene Rippen durch eine erschwerte Atmung.

Bemerkt man einen Bruch an seiner Katze, sollte diese möglichst sofort ruhig gestellt werden. Hierfür eignet sich eine Transportbox aus Plastik mit abnehmbarem Deckel, die sowieso vorhanden sein sollte. Notfalls tut es auch eine feste Unterlage (z.B. ein breites Brett), auf welcher die Katze mit einem Tuch fixiert wird, das um Katze und Unterlage gewickelt wird. Da ein Bruch auch eine Schockgefahr birgt, sollte die Katze auch möglichst warm gehalten werden. Das Richten und die weitere Versorgung sollte man auch hier einem Tierarzt überlassen, zumal weitere (innere) Verletzungen vorliegen können, oft auch in Kombination mit Brüchen.

Innere Verletzungen

Diese Verletzungen sind oft nicht sofort zu erkennen und machen sich meist nur durch ein verändertes Verhalten der Katze bemerkbar. Dazu können zählen: Schmerzen beim Absetzen von Kot und Urin, Schmerzen beim Hochheben, blasse oder gelbliche Schleimhäute, andere Verhaltensauffälligkeiten. Hier kann man selbst kaum erste Hilfe leisten. Die Katze sollte aufgrund von Schockgefahr warm und ruhig gehalten werden und es sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Schock und Unterkühlung

Ein Schock geht oft mit Verletzungen einher. Die Katze wirkt apathisch, atmet flach, hat blasse Schleimhäute und ist unterkühlt. Zur Erstversorgung sollte die Katze flach und ausgestreckt auf die Seite gelegt werden. Außerdem muss sie als Schutz vor weiterer Unterkühlung warmgehalten werden. Die normale Temperatur liegt zwischen 38,5 und 39 Grad. Sinkt die Temperatur unter 37,5 Grad, wird es für die Katze lebensbedrohlich. Das Aufwärmen sollte bei Unterkühlung nicht plötzlich geschehen, sondern langsam erfolgen, damit die inneren Organe weiterhin ausreichend mit Blut versorgt werden. 

Atemnot 

Atemnot kann verschiedene Auslöser haben. Dies kann ein Insektenstich sein, ein Schock oder auch eine Verletzung des Brustkorbes. Herzkrankheiten können ebenfalls eine Ursache darstellen. Zunächst sollte man wissen, dass eine Katze in der Regel 20 bis 25 mal in der Minute durch die Nase atmet. Bei Aufregung kann sich die Atmung kurzzeitig beschleunigen, sollte aber dann wieder auf den Normalzustand zurück gehen. Ist die Atmung dauerhaft beschleunigt, ist dies immer als Alarmsignal zu deuten. Auch Hecheln oder generelles Atmen durch das Maul ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. 

Zunächst sollte ins Maul der Katze geschaut werden, ob sich dort ein Fremdkörper befindet und dieser entfernt werden. Hierzu umfasst man den Kopf der Katze und drückt auf die Mundwinkel, damit die Katze das Maul öffnet. Zum Entfernen ist eine Pinzette hilfreich. Ist die Atemnot einem Insektenstich geschuldet, sollte die Stelle gekühlt werden. Auch hier ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich. 

Verschluckte Fremdkörper

Wie bei kleinen Kindern kann es auch einer Katze passieren, dass beim Spielen ein Fremdkörper verschluckt wird. Aber auch beim Fressen von Knochen kann es für die Katze lebensbedrohlich werden, da Speiseröhre, Magen oder Darm verletzt werden können. Als Symptome kann man hier Würgen und Erbrechen erkennen. Ist der Fremdkörper schon in den Magen gelangt, ist der Bauch der Katze oft schmerzempfindlich. 

Erste Hilfe kann man hier leider nicht wirklich leisten. Man kann im Maul jedoch nachschauen, ob der Fremdkörper sich dort noch befindet. 

Hitzschlag

Hitzschlag bei Katzen haben wir schon ausführlich im August behandelt (zum Artikel >). Erkennbar ist ein Hitzschlag bei Katzen u.a. durch Hecheln, Unruhe und später Apathie. Die Katze sollte zunächst in den Schatten gebracht werden und dann langsam abgekühlt werden. Außerdem kann man versuchen, ihr frisches Wasser zu geben. Um den Kreislauf wieder komplett zu stabilisieren, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Vergiftungen

Vergiftungen werden wir nächste Woche ausführlich in einem extra Artikel behandeln. Anzeichen für eine Vergiftung können sehr vielfältig sein. Durchfall, Erbrechen, Zittern und Krampfen, Atemnot sind davon nur einige. Stellt man derartige Symptome fest, sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden. 

Krampfanfälle

Die Ursachen für Krampfanfälle können vielfältig sein. Epileptische Anfälle sind zwar seltener, können aber genauso ein Grund sein, wie beispielsweise eine Vergiftung. Die Katze sollte zunächst an einen sicheren Ort gebracht werden, wo sie sich nicht selbst verletzen kann, und dann schnellstens in einer ausgepolsterten Plastikbox mit abnehmbaren Deckel zum Tierarzt transportiert werden.

Bewusstlosigkeit und Wiederbelebung

Findet man eine Katze bewusstlos vor (meist im Nachgang eines Unfalls), muss zunächst geprüft werden, ob die Katze noch ansprechbar ist. Außerdem ist es wichtig die Atmung, den Puls und die Reflexe zu kontrollieren. Den Puls kann man bei einer Katze an der Innenseite des Oberschenkels fühlen. Der Pupillenreflex ist wie beim Menschen ebenfalls aussagekräftig. Dafür öffnet man ein Auge der Katze und leuchtet mit einer Taschenlampe hinein. Die Pupille sollte sich zusammenziehen. 

Reagiert die Pupille noch, ist jedoch keine Atmung bzw. kein Puls spürbar, sollten Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden. Hierfür öffnet man das Maul des Tieres und zieht die Zunge heraus. Befindet sich Erbrochenes im Maul, muss dieses entfernt werden. Das Maul wird mit herausgezogener Zunge wieder geschlossen, so dass durch die Nase beatmet werden kann. Dies muss ca.  alle drei Sekunden geschehen und es sollte nur so viel Luft in die Katze gelangen, dass sich der Brustkorb nicht zu sehr wölbt. Für die Herzdruckmassage legt man die linke Hand flach auf den Brustkorb der Katze und setzt zwei Finger der rechten Hand auf den Rücken der linken Hand. Dann drückt man fünf bis 10 Mal schnell hintereinander auf mit den Fingern auf die linke Hand. Nach der Herzdruckmassage sollte noch einmal beatmet und dann erneut die Lebensfunktionen überprüft werden. 

Katze_ErsteHilfe


Damit ihr die Tipps zur ersten Hilfe immer parat habt, könnt ihr sie hier als PDF herunterladen: PDF herunterladen

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

  1. Christina 24. Oktober 2014 at 12:32 - Antworten

    Danke für den interessanten Artikel. So etwas ist sehr hilfreich. Ich hoffe zwar nicht, dass ich in so eine Situation komme, aber falls doch bin ich nicht mehr ganz so hilflos. 🙂

    • Feliway 25. Oktober 2014 at 9:53 - Antworten

      Das wünschen wir auch keinem, Christina! Aber für den Notfall ist es gut, es zumindest schon mal gehört zu haben.

  2. Manfred 24. Oktober 2014 at 13:03 - Antworten

    Eine kurze aber sehr Aussagekräfige Kurzanleitung. Sehr gut formuliert. Danke

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